Champagner für die Feiertage

Champagner zu Silvester

 

Die Feiern zum Jahresabschluss kommen immer näher und genau wie Fondue, Raclette, Dinner for One und Luftschlangen gehört auch Champagner an Silvester dazu. Es muss aber nicht immer Moët & Chandon und Veuve Cliquot sein.

Die Champagne war die erste Region, in der Schaumwein hergestellt wurden, und mittlerweile steht der Name der Region für Weine mit Kohlensäure wie kein anderer. Insbesondere mit Festlichkeiten jeder Art wird die Champagne in Verbindung gebracht, oder kann sich jemand vorstellen, dass der Formel 1 Gewinner mit einer Prosecco-Dusche gefeiert wird? Die Region tut sehr viel, damit sie sich diesen Ruf bewahrt, denn Nutznießer, die von dem Renommee der Region profitieren wollen, gibt es viele. Weinproduzenten aus anderen Regionen, die ihr Produkt als Champagner ausgeben wollen, werden sofort rechtlich belangt, und selbst die Verwendung der Marke Champagner mit anderen Produkten wird strengstens kontrolliert. So wurde die Discounterkette Aldi Süd von der Region verklagt, weil sie ein Champagner- Sorbet verkaufen. Das Heikle dran ist, dass das Produkt tatsächlich Champagner enthält. Die Vertretung der Champagner Winzer klagte dennoch, weil sie befürchtet, dass die Marke Champagner durch dieses Produkt nicht würdig vertreten wird.

Champagner ist eine der stärksten Marken in der Welt des Weins, und die großen Häuser dominieren den Markt. Jedoch funktioniert die Champagne anders als andere Weinregionen. Neunzig Prozent der Weinberge gehören kleinen Weinbauern, die aber zum größten Teil Ihre Trauben an die großen Champagnerhäuser abliefern und mit der Vinifizierung der Weine nichts zu tun haben. Die Zulieferung lassen sich die Weinbauern sehr gut bezahlen. Im Schnitt kosten alleine die Trauben für eine Flasche Champagner €6,80, das ist einer der Gründe dafür, warum es einfach so gut wie keine billigen Champagner gibt.

Champagner ist nicht günstig und darum macht es Sinn, sich umzuschauen, bevor man einkauft. Erst Anfang des Monats mussten sich selbst die Mitglieder des House of Lords im englischen Parlament gegen vorgesehene Budgetkürzungen wehren, die dafür geführt hätten, dass sie weniger Geld für teure Champagner hätten ausgeben können. 17.000 Flaschen Champagner im Wert von £ 27 bis £ 34 haben die Lords in den letzten fünf Jahren getrunken. Zum Glück konnten sie die Tragödie noch einmal abwenden!

Die Champagnerhäuser sind abhängig von den kleinen Weinbauern, denn ohne sie könnten sie nicht ausreichend Champagner herstellen. Weinberge zu kaufen, ist auch nicht einfach, denn Rebfläche ist rar in der Region und die meisten Weinberge sind schon seit Generationen in Familienhand. Wenn einmal Rebfläche zum Verkauf steht, dann lassen sich die Winzer diese gut bezahlen. Eine Millionen Euro koste ein Hektar (10.000 m2 – oder zwei Fußballfelder) in dieser Region im Durchschnitt. Da ist es natürlich attraktiv für viele, die Weinberge besitzen, ihre Trauben gegen sehr gute Bezahlung einfach abzugeben und sich nicht um die Weinherstellung und die Vermarktung kümmern zu müssen.

Dennoch haben sich in den letzten Jahren immer mehr Winzer in der Champagne dafür entschieden, ihre Traube selber zu Champagner zu verarbeiten. Außerdem gibt es Champagnerhäuser, die abseits vom Mainstream sehr gute Schaumweine herstellen, die den großen Marken – was die Qualität betrifft – oftmals voraus sind. Diese kleineren Produzenten produzieren Weine, die sich stark von den großen Marken unterscheiden. Anstatt von überregionalen Verschnitten, die aus verschiedenen Bereichen der Champagne kommen, handelt es sich hierbei meist um Weine, die aus einem Weinberg stammen und so ihren eigenen Charakter bewahren.

Diese charakterreichen Champagner lassen sich besonders gut mit Essen kombinieren. Nicht nur zum Anstoßen um Mitternacht sind diese Weine geeignet, sie können auch ein Essen davor oder danach begleiten. Sushi kann man nur mit wenigen Weinen kombinieren, aber leichte Champagner passen hier sehr gut. Die frische Säure nimmt besonders fettigeren Fischen wie Lachs oder Aal die Schwere.

Am besten begleitet kräftiger Champagner aber Gerichte mit Krustentieren oder gebratenem Fisch. Kräftige Jahrgangschampagner passen sehr gut zu Hummer, besonders wenn er mit cremigen Soßen serviert wird. Mir gefällt die Kombination mit guten Fish and Chips sehr gut. Das frittierte und fettige Gericht und der säurehaltige, frische Schaumwein ergänzen sich ganz wunderbar.

Das klassische Silvestergericht Raclette lässt sich auch toll mit Champagner kombinieren. Natürlich kommt es hier auch darauf an, was man mit dem Käse überbackt. Ein würziger Käse, Kartoffeln und ein lebendiger Champagner bilden eine sehr gute Kombination, und so kann der Schaumwein den ganzen Festtagsabend begleiten.

Man muss beim Kauf aber aufpassen, denn viele kleinere Produzenten haben oft nicht das technische Know-how und die finanziellen Mittel, die den größeren Häusern zur Verfügung stehen. Die Kosten, die bei der Produktion von Champagner anfallen, sind enorm. Die besten Champagner reifen mehrere Jahre im Keller der Weingüter auf den Hefen und können erst dann zu Geld gemacht werden. Außerdem sind für die Herstellung von Schaumweinen zusätzlich teure Geräte von Nöten, die sich nicht jedes Champagner-Haus leisten kann. Der wichtigste Qualitätsfaktor besteht aber darin, dass die großen Häuser die Möglichkeit haben, auf ein Archiv diverser Grundweine aus verschiedenen Bereichen und Rebsorten zugreifen zu können. So können sie einfacher Jahrgangsvariationen ausgleichen und einen homogeneren Stil produziert.

Champagner kleinerer Produzenten sind nicht automatisch besser, und es ist wichtig, sich genau umzuschauen. Während man hier besonders gute und spannende Weine finden kann, ist das Risiko auch größer einen schlechteren Wein zu erwischen. Also schreibt mir am besten, wenn Ihr Tipps braucht!

Wenn Ihr jetzt noch wissen wollt, wie man eine Flasche Champagner aufmacht dann schaut Euch das hier an: Video!

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